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Mountainbike Team
TAC 2010 17.07.-24.07.10
Saison 2010
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TAC 2010 17.07.-24.07.10

Vorwort:

erst einmal muss ich mich wohl bei allen entschuldigen, denen ich in den letzten Monaten mit meiner hausgemachten Depression so richtig auf die Nerven gegangen bin. Ich hatte nun wirklich nicht damit gerechnet, dass mein krankheitsbedingter Ausfall bei der Transalp mir so sehr zu schaffen machen würde. Nun gut, vorbei ist vorbei. Auf zu neuen Zielen...

Allerdings bin ich doch all unseren treuen Berichtlesern noch den CBT-Bericht schuldig, der nun auch - wenn auch stark verspätet - folgen soll:

Vorbereitung:

Mit dem Wissen aus 2009 war es in diesem Jahr natürlich deutlich leichter uns und unser Material auf die CBT vorzubereiten. Anders als 2009 haben wir in diesem Jahr die Übernachtungen in Pensionen gebucht, was bei der TG ja bereits schon sehr positiv gestimmt hatte - vor allem unseren Betreuer!

Gemeinsam mit den Mädels Nicole und Iris von den Teams "Imst-Gurgltal" und "Aufwärts" hatten wir uns  bereits im Januar um die Pensionen gekümmert und als deutsch-deutsch-österreiches Damenteam siegreich die Queste der Hotelbuchungen erfüllt.


Freitag 16.07.2010

Anreisetag Füssen

Wir kamen zeitig am Freitagnachmittag in Füssen an, suchten die Akkreditierung, suchten die Taschenausgabe, irrten durch die Katakomben der Eishalle und stärkten uns dann letztlich mit einem großem Eisbecher von den eben erlittenen Strapazen. Normalerweise würde ich jetzt sofort wieder mit meinem üblichen Gemecker über die Organisation von Plan B anfangen, aber..... im August 2010 waren wir bei Rad am Ring (8 Std-MTB-Rennen am Nürburgring) dabei. DAS war schlecht organisiert! Also hiermit in aller Form: Verzeihung an Plan B!

Mit großem Hallo haben wir Nicole, Barbara, Reinhard, Andreas, sowie Iris, Oli und Adolf bei bestem Wetter beim ersten Briefing begrüßt. Eine große Freude, dass wir uns alle endlich mal wiedergesehen haben. Nach einem ausführlichen Plausch, den obligatorischen Nudeln und einem Gläschen Wein ging es dann früh ins Bett.


Samstag 17.07.2010

1. Tag Füssen - Imst

Das Wetter war toll! Es war zwar etwas Regen für den Nachmittag gemeldet, aber alles in allem konnte man sich überhaupt nicht beklagen. Wir frühstückten in aller Ruhe, sammelten unseren Unrat zusammen und trabten ganz gemütlich vor zum Start. First come, first serve - uns war´s egal! Ich suchte Aufwärts und Imst-Gurgltal und fand beide Teams seeeeeehr weit vorne stehend in der Startaufstellung. Wir waren bestimmt 300 Teams weiter hinten (aber dafür haben wir auch länger schlafen dürfen...) Noch ein kurzer Plausch, Glück gewünscht und schon gings wieder los:

Heiiiiiiiiiiiiiiwäääääääiiiiiiiiii tuuuuuuuuuuuu hääälllllllllll

Jippieh! Wie hab ich das vermisst. Ebenfalls anders als noch im letzten Jahr hatte ich diesmal meinen Puls recht gut im Griff. Nervös war ich aber trotzdem :-)

Missionsziel: Finishertrikot UND nicht Letzte werden!

Wie schon bei der TG konzentrierte ich mich eigentlich den ganzen Tag nur darauf, dass ich nicht zu schnell fahre. 8 Tage! Die muss man einfach einteilen. Ralf war die Woche über mit einer hartnäckigen Bronchitis beschäftigt gewesen, die noch immer nicht ganz abgeklungen war. Daher war für ihn das noch moderatere Tempo auch nicht ganz verkehrt.

Der Start lief gut, wir kamen ohne großes Gedrängel durch. Das Feld zog sich bis zur ersten Verpflegung schon sehr auseinander. Immer wieder standen hier und da noch Leute, die uns anfeuerten. Das gefällt mir einfach so gut. an der "Rennerlesfahrerei"! Die Strecke auf das Marienbergjoch kannten wir bereits von unserer Trainingsfahrt mit Reinhard Anfang Juli. So schlimm ist das nicht, solange man nicht versucht als Erster oben zu sein. Wir strampelten ruhig hoch, stiegen an der Sonnenalm brav ab und schoben den Rest bis zum Joch hoch. Geschafft! Erster Tag - erledigt! Ab jetzt gings nur noch runter. Die Abfahrt machte sogar Spaß, es gab nämlich ne schicke Fahrspur und wir ließen die zweite Verpflegung aus im Zielanflug auf Imst.

Fazit: Toller Tag! Super Wetter, gut gelaufen. Sogar dem Gewitter sind wir entgangen. Platz 55! Wir hatten 15 (!) Mixed-Teams hinter uns und insgesamt über 50 (!!!!) Teams! Leute, ich war 2 Meter groß! Wie geil ist das denn? Ich hätte die ganze Welt umarmen können. Riva wir kommen und wir werden nicht die Letzten sein dieses Jahr!
Imst hatte das beste Essen der ganzen CBT im Angebot. Super, was die sich haben einfallen lassen. Unser Quartier in Arzl war auch schwer in Ordnung und wir regenerierten was das Zeug hielt um Morgen wieder in dieser Liga fahren zu können.


Sonntag 18.07.2010

2. Tag Imst - Ischgl

Gut ausgeruht ging es an den Start. Block C! Nein, nicht D - sondern Block C! Eieieiei, Danni war sooooo glücklich! Los gings wieder, ab in den neuen schlimmsten Tag in meinem Leben.

Die Venetalm. Bääääääähhhhhh, so a zachs Luder.

Half ja nix, da geht´s halt nunmal nach Riva dieses Jahr. Wir kurbelten und kurbelten und kurbelten. Auf halbem Weg kam uns Andreas entgegen. Er war einfach zu krank und musste aufhören. So ein Jammer! Als wir endlich oben waren gings unspektakulär runter um den Blödsinn dann wieder 5 Meter weiter rechts zur Pillerhöhe hochzufahren. Grmpft.... Höhenmeter um der Höhenmeter willen, naja wenn Uli meint, dann machen wir das halt.

Hoch zum Almstüberl rollte es gut, runter musste ich laufen. Mööööööönsch, was für ein Trail! Wenn es nicht so matschig gewesen wäre, wäre ich vielleicht ein paar Meter gefahren. Die Betonung liegt auf ein paar Meter (und ich hab mir schon überlegt, ob ich Paar nicht doch groß schreiben soll). Ne, das war schon heftig. Wer jetzt glaubte, das Schlimmste war vorbei, der irrt sich gewaltig. Das Sägezahnprofil, das jetzt kam war der Brüller! Mann, hat das Körner gekostet. 5 Meter hoch, 3 Meter runter, 10 Meter hoch, 15 Meter runter. Reinhard hat uns am Vortag schon gewarnt, dass das alles andere als lustig werden würde. Irgendwann war´s dann vorbei. Vor uns tauchte der Fahrradweg und somit die Einflugschneise nach Ischgl auf. Fein! Wieder ein Tag geschafft.

Zu unserer freudigen Überraschung hatten wir uns auf Platz 59 eingereiht. 2 Mixed-Teams waren heute ausgestiegen. Und - und das war so wichtig für mich - wir hörten kein Schlussmotorrad! Das Hotel in Ischgl war das beste auf der ganzen Tour in diesem Jahr. Supergenial! Essen gab´s beim Italiener an der Ecke und nachdem meine Beine mit Liebermanns Dolocyl-Öl versorgt waren, ging es postwendend ab in die Heia. Ralf hatte noch immer Beschwerden mit seiner Bronchitis und machte sich Sorgen über den bevorstehenden Anstieg zum Idjoch.


Montag 19.07.2010

3. Tag Ischgl - Scoul

Heute stand gleich nach dem Start der 1400 Höhenmeter Anstieg zum Idjoch an. Ich mag das einfach nicht, wenn ich gleich nach dem Frühstück so einen langen Anstieg fahren muss. Und ich kann Euch sagen meine Beine mögen das noch viel weniger. Wie immer konnte ich maulen soviel ich wollte, es musste nun mal sein. Nach dem Stau am Fuße des Anstiegs ging es stetig bergauf und auf... und auf... An der Mittelstation wartete Vater auf uns mit  vollen Trinkflaschen. Bald war´s geschafft. Die letzten Höhenmeter zum Idjoch gings dann zu Fuß hoch, danach folgte eine supersteile, superkurvige und superschnelle Schotterabfahrt bis zur Alp Trida. Mit dem Snowboard kam mir das nie soooo extrem steil vor. Danach ging es etwas gemäßigter runter nach Compatsch, wo der Anstieg zur Kobleralm beginnt.

Die Kobleralm ist eine alte Bekannte aus dem Jahr 2008. Oben wird es steiler, als das Höhenprofil angibt und gefühlt dauert es auch eine halbe Ewigkeit bis man oben ist. Ich hatte da immer das Gefühl, dass die Alm doch gleich da sein müsste... und dann hat es noch ewig lang gedauert.

Runter ging es schnell auf Schotter, der nach einer kurzen Asphaltpassage in einen schönen Trail abzweigte. Waldboden, nicht zu steil, einfach was zum genießen und glättbügeln. Der Trail spuckte uns im Tal aus, dem wir dann auf der Hauptstraße bis Martina zur schweizer Grenze folgten.

Danach wurde der Inn überquert und es ging über Schotterwege nach Raschnella und über Sur En nach Scoul. Der hintere Teil zog sich lange hin und wir waren froh als endlich Scoul vor uns auftauchte.

Die Zielverpflegung war der Wahnsinn. Salami, Käse, Schinken, Brot, Cola in rauhen Mengen. Sehr lecker!

Wir mussten heute den Magura-Bremsenflüsterer bemühen, da unsere Bikes beide jämmerliche Quietschgeräusche von sich gegeben haben. Kurz die Bremssättel neu ausgerichtet und schon war alles so gut wie neu. Prima Service!

Unsere Unterkunft heute war von der Art "Jugendherberge" und lag "aAdW" oberhalb von Scoul in Ftan. Man merkte auch deutlich das schweizer Preis-Leistungsverhältnis. Die Pasta-Party war in der Bergstation und wir trafen dort  unsere beiden anderen Teams samt Betreuern zum Abendessen und ratschen. Ein superschöner Abend ging mit einem wahnsinns Abendrot zu Ende!

Fazit des dritten Tages: Wir haben deutliche Defizite bei schnellen Schotterabfahrten. Das muss nächstes Jahr besser gehen, da wir hier unglaublich viel Zeit liegenlassen. Aber wieder Platz 59! Noch ein Mixed-Team war ausgestiegen, somit waren es nur noch 67 Teams in unserer Wertung. Unsere Gesamtverfassung war gut, Ralfs Bronchitis war auch so gut wie weg und wir freuten uns auf den nächsten Tag, der durch das phantastische Val Mora führen wird, das wir schon 2007 und 2008 auf unseren Alpenüberquerungen besucht hatten.


Dienstag 20.07.2010

4. Tag Scoul - Livigno

Darauf hatte ich mich so gefreut! Pass de Costainas, Val Mora, die Stauseen... Das hätte so ein schöner Tag werden können...

Ich wachte mit Halsschmerzen und ohne Stimme auf. Meine Bronchien belegte eine hartnäckige Schicht aus irgendetwas, das mir das dafür sorgte, dass zuwenig Sauerstoff in meinen Körper kam. Super!

Am Start bekam ich noch immer nicht mehr als ein heiseres Krächzen raus. Naja, der Tag war nicht übermäßig schwer, die Strecke zu großen Teilen bekannt und wir hatten ja den ganzen Tag Zeit.

Los ging es also und wir machten uns auf den Weg zum Costainas. Das Atmen fiel sehr schwer und ich musste deutlich Tempo rausnehmen. Der Dös Radond war auch nicht unbedingt ein Vergnügen und ich schnaufte wie ein Walross, obwohl ich eh schon superlangsam den Berg raufkrabbelte. Am Alpisella musste ich dann sogar ein Stück laufen.... Weia, wie sollte ich bloß den morgigen Tag überleben... PANIK!!!!

Nach der Abfahrt sahen wir schon Livigno auf der rechten Seite. Gleich sind wir im Ziel, dachten wir. Wir kurbelten und kurbelten und kurbelten und kurbelten. Verdammt, wann kommt denn nun endlich das Ziel???? Der Gegenwind tat sein übriges dazu und wir dachten, dass wirs nicht mehr erleben würden.

Wir kamen dann doch noch in Livigno im Ziel an und ich ging als allererstes mal zum Onkel Doktor. Mit Medizin bewaffnet schaute ich, dass ich heute schnell ins Bett kam.

Wir hatten ein Abo auf dem 59 Platz. Noch ein Mixed-Team weniger, so blieben nur noch 66 Teams übrig. Ich war sehr erstaunt, dass wir trotz unseres Schleichtempos heute wieder die gleiche Platzierung nach Hause fahren konnten. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich musste heute öfter mal Pause machen und am Alpisella sogar ein Stück laufen. Daher suchte ich uns eigentlich doch deutlich weiter hinten in der Liste.

Schlafen war in dieser Nacht aber nicht wirklich. Ich hatte immer wieder heftig Atemnot und konnte nur im Sitzen einigermaßen dösen. Husten ging auch nicht, das Zeug klebte so hartnäckig fest, dass sich überhaupt nicht lösen wollte. Ich musste immer wieder aufstehen um überhaupt richtig Luft holen zu können.


Mittwoch 21.07.2010

5. Tag Königsetappe Livigno - Ponte di Legno

Ich hatte also kaum geschlafen, bekam keine Luft und keinen Ton raus und hatte leichtes Fieber als ich zum Frühstück ging. Die Treppen in den dritten Stock hoch waren auch nicht das wahre Vergnügen. Nichts desto Trotz konnten weder mein Mann noch mein Vater mich davon abhalten an den Start zu gehen. Völliger Blödsinn muss ich im Nachhinein zugeben. Diese Aktion brachte mir eine Herzmuskelentzündung, ein dickes Lob von meinem Hausarzt und 4 Wochen absolutes Sportverbot ein. Aber in diesem Moment war mir das alles völlig egal. Aufgeben kam überhaupt nicht in Frage.
 
Ich stand also am Start. Ich wusste genau, dass heute mal wieder der schlimmste Tag meines Lebens werden würde. Kurz vor dem Start kam dann die entsetzliche Nachricht vom Tod eines Teilnehmers in der Nacht. Ganz furchtbar! Wir alle lieben unseren Sport, wir alle leben für unseren Sport, wir alle konnten nicht verstehen, warum ein Sportlerherz einfach aufhört zu schlagen. Die Stimmung war bedrückt und der Start erfolgte ohne Musik nach einer Schweigeminute.

Es ging also los und bereits den ersten Anstieg musste ich komplett laufen. An fahren war überhaupt nicht zu denken. Ich hangelte mich so durch bis zum Passo Trela. Es ging schon. Irgendwie.

Ups, was war das? Kettenblatt schalten ging nicht mehr? Aber warum? Der Zug war angerissen! Na klasse!

Somit hatte ich zusätzlich zu meiner Erkältung oder was das auch immer war nur noch das mittlere Kettenblatt zur Verfügung und das hieß laufen, sobald es nur ein wenig aufwärts ging. Ich konnte eh kaum atmen, geschweige denn mich sehr anstrengen. Den Verva stiefelte ich also hoch. Je dünner die Luft, umso schwerer das Atmen. Ich hatte Fieber, das spürte ich genau und ich bekam auch immer öfter schwarze Punkte vor den Augen. Das Zeitlimit zum Erreichen der zweiten Verpflegung war auf 15:00 Uhr festgelegt. Es wurde auch was das Zeitlimit an geht langsam eng.

Dann traf ich die gefürchtete Entscheidung! Ich habe 100 Höhenmeter vor dem Pass aufgegeben.

Ralf wollte erst mal nicht alleine weiterfahren. Dann kam praktischerweise der supernette Fotograf Markus mit seinem VW-Bus des Weges und ich konnte kurz vor dem Pass ein "Taxi" nehmen, so dass sich Ralf keine Sorgen um mich machen musste.

Ich wurde bis zur zweiten Verpflegung geshuttelt, wo es eine Sammelbeförderung für alle gab, die nicht weiterfahren wollten oder konnten. Unnötig zu erwähnen, dass ich geheult habe wie ein Schlosshund.

In Ponte di Legno angekommen habe ich dann noch im Ziel auf Ralf gewartet, der in einem Gewaltakt vor lauter Zorn über den Mortirolo in einer Wahnsinsszeit ins Ziel gestaubt kam.

Mein Kreislauf war futsch, Ralfs Motivation auch. Ich konnte ihn nur mit Mühe davon überzeugen, dass er alleine weiterfahren soll.

Nach einer weiteren unruhigen und schlafarmen Nacht in der ich einsehen musste, dass weiterfahren einfach unmöglich ist,  war ich dann also als Betreuer für Ralf on Tour.

 

Donnerstag 22.07.2010

6. Tag Ponte di Legno - Male

Am Start stand nun das einzige verbliebene noch vollständige Team "Aufwärts", ein einsamer Reinhard und ein einsamer Ralf. Andreas, der ja auf der Etappe nach Ischgl schon krankheitsbedingt aufhören musste war wahrscheinlich genauso unzufrieden mit der Gesamtsituation wie ich. Uns beiden half das aber leider gar nichts, denn der Finisher-Status war futsch und an ein Weiterfahren war dank hartnäckiger Erkältungserscheinungen auch bei keinem von uns zu denken. Somit blieb uns nur das Daumendrücken für Iris, Oli, Reinhard und Ralf.

Um ein paar Fotos zu schießen sind wir dem Feld hinterhergefahren und haben uns mit Digicam bewaffnet in Pezzo postiert um von unseren verbliebenen Fahrern einige hübsche Bildchen zu machen. Iris und Oli kamen als Erste durch und Iris rief uns zu, dass Reinhard umgekehrt sei. Ralf kam einige Minuten später und meinte, dass sich Reinhard furchtbar fühle und schon wieder zurück nach Ponte gefahren sei. So ein Jammer, noch ein Teammitglied weniger...

Wir tingelten mit dem Multivan über den Tonale und bezogen in aller Ruhe unser schickes Hotel in Dimaro, bevor wir Ralf im Ziel in Male in Empfang nahmen.

Sein Tag lief gut. Er war ohne mich natürlich deutlich schneller unterwegs und absolvierte die heute sehr staubige Strecke sturzfrei, aber mit einem Reifenschlitzer. Ralf hatte einen Schlauch eingezogen um schnell weiter zu kommen, also habe ich mit Reinhard zusammen versucht, den Schaden zu beheben und das Rad wieder auf Tubeless "umzurüsten". Das Ventil wollte jedoch mit keinem Trick der Welt mehr dichthalten. Naja, man hat ja mal wieder ein baugleiches "Ersatzrad" zur Verfügung und flux wurde mein Hinterrad an Ralfs Stompi angehängt.

Abendessen gab es heute in der Pizzeria am Campingplatz, die wir 2008 schon ausgetestet hatten. Prima Nudeln und Wagenräder Pizza. Wirklich lecker, nur Zeit muss man mitbringen, die schnellsten sind sie da nicht.


Freitag 23.07.2010

7. Tag Male - Madonna di Campiglio

Als Betreuer wetzte ich den ganzen Morgen rum, sammelte Ralfs Sachen zusammen, mixte Getränke und schipperte ihn an den Start nach Male und knipste viele Bildchen. Meine Stimme war immernoch weg und anstrengen durfte ich mich auch nicht groß, da mein Kreislauf immer wieder absackte, aber das Fieber war komplett weg.

Kurz und knackig war das Motto des heutigen Tages. Nur knapp 50 km und etwas mehr als 2300 Hm hört sich nicht so dramatisch an. Dass es die Strecke jedoch in sich haben sollte, wurde uns im Vorfeld bereits von mehreren Seiten berichtet. Der Tag sah wettertechnisch am Morgen eigentlich ganz gut aus. Mit dem heftigen Gewitter, das Mittags über Madonna di Campiglio hereinbrach hatte keiner so richtig gerechnet. Die Temperatur sank auf unter 10 Grad und es schüttete aus Eimern. Ralf, Iris und Oli waren alle nass bis auf die Knochen und  fürchterlich durchgefroren, als sie in Madonna ankamen.

Die Strecke muss wohl zudem aufgrund der heftigen Regenfälle zu einem Stumpf mutiert sein, so dass weite Strecken nicht daran zu denken war etwas anderes zu tun als zu schieben. Und selbst dabei ist man wohl bis zu den Knöcheln eingesunken. Ralf hatte zudem einen "Schleicher " an meinem Hinterrad. Erst später haben wir festgestellt, dass beide Felgen am Ventileinlass einen Haarriss hatten und daher nicht mehr dicht halten konnten. Also  war heute nicht unbedingt einer der angenehmen Tage bei dieser CBT.

Unsere drei verbliebenen Fahrer waren trotz der widrigen Bedingungen alle heil im Ziel angekommen und nach einer heißen Dusche sah die Welt auch gleich wieder besser aus.

Essen gab´s in einer Pizzeria in Dimaro und ein Eislein auf dem Rückweg zum Hotel. Morgen war der letzte Tag. Ralf, Iris und Oli konnten notfalls ins Ziel robben...


Samstag 24.07.2010

8. Tag Madonna di Campiglio - Riva del Garda

Der letzte Tag! Bitterkalt war´s  am Morgen in der Startaufstellung.

Wir klatschten und feuerten nochmal alle an und reihten uns dann in die Autoschlange Richtung Riva ein. Meinen Dad hab ich dann in Storo abgesetzt, so dass er auch noch eine kleine Runde mit dem Bike drehen konnte und bin dann zum Hotel nach Riva gedüst, wo Mama schon gewartet hat.

Wir trafen uns dann alle im Zielbereich um unsere Finisher gebührend zu empfangen.

Eine Runde Prosecco und Bier im Ziel schloss die diesjährige Transalp für alle Fahrer und Betreuer ab und wir waren froh, dass wir alle keine größeren Verletzungen zu beklagen hatten. Mensch und Material hatte den Gardasee nach 8 Tagen erreicht. Für 3 von 6 Fahrern war es ein erfolgreicher Abschluss der Craft-Bike-Transalp. Ralf war als einziger von uns sogar Doppelfinisher, was ihm neben seinem wohlverdienten Finishertrikot auch einen Steinkrug bei der Siegerehrung einbrachte.

Auf der Finisherparty ersäufte ich dann gemütlich meinen Frust in einer durchaus ausreichenden Menge Vino Rosso und verkündete lauthals, dass ich mir diesen Blödsinn keinesfalls noch einmal antun werde.

Übrigens bin ich sehr dafür, dass vor der Halle bei der nächsten Finisherparty ein Taxi für mich steht, das mich nach Hause fährt....