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Saison 2009
Rocky Mountain Marathon Riva 02.05.2009

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Dann war es also soweit. Der allererste Marathon in unserer Biker Karriere. Angemeldet haben wir uns schon im Februar um der Sache den nötigen Nachdruck im Training zu verleihen.


Ziel der Mission:

Ronda Piccola finishen und nach Möglichkeit nicht Letzter werden!

Höhenprofil Ronda Piccola


Startblock C startete um 7:45 Uhr. Wir haben uns dort dezent ganz hinten angestellt, denn wir wollten den Vitamin-Aufbau-Shake-schlürfenden Rennfahrern nicht im Weg stehen. Das Feld preschte pünktlich zu "Highway to Hell" los. Wir hechteten mit 30 km/h gen Varignano. Wohlgemerkt, wir waren "jans weid hinten" und mussten immer noch ein sehr heftiges Tempo treten. In Varignano dann bogen wir links in die erste Steigung ein und ab da ging´s zu Fuß im Gänsemarsch bergauf. Seufz, laufen mag ich gar nicht. Ich hätte das sogar fahren können, Ralf sowieso, nur der Pulk marschierte und an fahren war nicht zu denken, weil die Schnellsten des D-Blocks bereits aufgeschlossen hatten und die linke Spur beschlagnahmt hatten.

Ab da überholten mich etwa 400 Fahrer, wenn´s denn reicht. Nach Fahrer(in) 378 (grob geschätzt) war ich kurz vor einem Frustrationswutanfall. Mann, sind die den Berg hochgerast. Und ich die kleine Hobbybikerin krabbelte mit 6 km/h und kurz unter meinem Maximalpuls die stetig zwischen 15 % und 25 % Steigung angezeigten Rampen gen San Giovanni hoch. Ich war so ungefähr an der zweiten Verpflegungsstation oben, als die Ersten schon wieder im Ziel waren.  "Weiha" dachte ich bei mir "und Du Lusche willst die TAC fahren". Ich war schon ziemlich zerknirscht als ich da oben auf der Wiese bei San Giovanni stand.

Das Härteste stand mir aber noch bevor. Das Abfahren. Wie bereits erwähnt, bin ich eigentlich nicht so der Held beim Abfahren und entsprechend hatte ich auch ein wenig Bammel davor. Egal, Banane runtergeschluckt, Flasche nachgefüllt. Drauf auf´s Bike und abwärts ging´s...

An dieser Stelle mal ein Lob an Uli Stanciu. Tolle Strecke! Unglaublich schicke Waldwege, Schotterpisten und Trails ließen Bikers Herzlein richtig höher schlagen.

Nun musste ich feststellen, dass ich gar nicht so schlecht beim Abfahren war, wie ich immer geglaubt hatte. Ich hab richtig viel "Beute" gemacht. Die Trails waren anspruchsvoll, aber  durchweg machbar. (Ellenbooogeeeeen raus!!!!) Wow, in einem Affenzahn flitzte ich die Schotterpiste am Giovanni runter und hab so doch tatsächlich einiges an Bikern überholen können. Das hat mich dann  wieder ein wenig aufgebaut.

Das lustige Rüttelmonster von Trail ab Mandrea war an diesem Tag der "Friedhof der Trinkflaschen".  Wir waren fast mehr damit beschäftigt die Ideallinie um die Flaschen zu finden als den Steinen und Felsen im Trail auszuweichen. Irre, hatten wir auch noch nie gesehen. Hunderte von Trinkflaschen aller Art. Was haben deren Ex-Besitzer eigentlich für Flaschenhalter montiert???

Danni Marathon Riva

Ralf war immer dicht hinter mir. Mein Lieblingsehegatte wollte mich eh nicht alleine fahren lassen, weil wir die TAC ja auch zusammen fahren werden, verzichtete er auf sein persönliches Ergebnis und fuhr die ganze Runde mit mir.  Der BESTE Gatte der Welt eben...

Zur dritten Verpflegungsstation in Laghel gab es dann noch einige Höhenmeter wie immer über Rampen zu fahren. Uli hat wohl beschlossen, dass jeder Anstieg unter 15% zu langweilig ist für diesen Marathon. Nach der Verpflegung ging es nochmal ein wenig rauf und runter und als letzten Trail den im unteren Tail ein wenig ruppigen Sentiero Laghel-Ceniga noch runter nach Ceniga zur Ponte Romana.

Uff, der schwere Teil war sturz- und pannenfrei überstanden. Danach kam eine Rollstrecke durch die Obstplantagen im Sarcatal bis Arco. Dort baute Uli dann nochmal ein paar Beton-Rampen bis Massone ein, damit uns nicht so langweilig wurde, wir hatten ja noch fast keine RAMPEN heute gehabt!!!

Wir, die wir von der Ronda Piccola kamen, trafen dort wieder mit der Ronda Grande und Ronda Extrema zusammen. Seufz, die Jungs und Mädels haben die großen Strecken genauso schnell absolviert wie unsereins die kleine Runde. Bewundernswert!

Nach 4:29 Stunden rollten wir dann nach 53 km und knapp 1700 Hm ins Ziel.

Mission erfolgreich absolviert. Ronda Piccola gefinished und nicht Letzter geworden. Und das Ganze noch sturz- und pannenfrei. Was will man mehr beim ersten Marathon! Wir wurden sogar noch angesagt beim Zieleinlauf.

Fazit: Jede Menge gelernt, Defizite aufgezeigt bekommen, nützliche Erfahrungen gesammelt.

Auf zum nächsten Marathon in Garmisch an 06. Juni 2009.

 

 

Zugspitzmarathon Garmisch 06.06.2009


So, das war er also, unser 2. Marathon. Wir haben uns für die mittlere Runde mit 65 Kilometern und 1700 Höhenmetern angemeldet und wollten aufgrund des Höhenprofils unsere Taktik im Vergleich zu Riva ein wenig verbessern und bis zum ersten Anstieg versuchen im Feld mitzufahren. Die ersten 10 Kilometer sahen auf dem Höhenprofil eigentlich so aus, als könnten wir das hinbekommen.

Zugspitzmarathon Höhenprofil


Ein Blick auf wetter.com am Samstagmorgen um 5:00 Uhr verhieß nichts Gutes. Regen, Gewitter und sogar eine Wetterwarnung wurden uns vorhergesagt. Tapfer sind wir trotzdem um 5:30 Uhr ins Auto geklettert und nach Garmisch gedüst. 

Wir waren sehr zeitig in Garmisch und hatten somit ausreichend Zeit die Akkreditierung, die Parkplätze, und unseren ganzen Unrat zu suchen. Irgendwie war gar nichts ausgeschildert. Wir hätten eigentlich schon etwas mehr "Publicity" erwartet, schließlich wurde ja heute die deutsche Meisterschaft ausgetragen. Wir stellten uns auf einen der tausend freien Parkplätze am Olympiazentrum und sammelten in aller Ruhe unsere Sachen zusammen.

Zusammenbruch

Das Wetter sah recht gut aus. Blauer Himmel, sogar ein paar vereinzelte Sonnenstrahlen und wir überlegten uns, ob wir die Regenklamotte nicht doch im Auto lassen sollten. Es war - im Nachhinein betrachtet - ein sehr weiser Entschluss sie doch mitzunehmen. Leider haben wir an den Beinlingen gespart, was mich etwa 4 Stunden später sehr geärgert hat.

Wir reihten uns nach einem Besuch beim Bäcker in unserem Startblock ein und warteten mit unserem zweiten Frühstück bewaffnet auf den Start.

zweites Frühstück

Wie man sehen kann waren wir richtig früh dran und standen noch ziemlich einsam im Startblock für die mittlere Runde rum. Wir trafen dann auch noch Klaus, den wir bei unserem Kurzurlaub in Zell am See kennengelernt hatten wieder.

Klaus ist auch da

An dieser Stelle wünschen wir Klaus viel Erfolg bei der diesjährigen Trans Germany. Coole Sache und wir werden ganz fest die Daumen halten. Natürlich musste ich auch die Gelegenheit nutzen und unsere Helden vom Team Bulls ablichten, wenn sie doch schon so schön in einer Reihe standen.

Und nächstes Mal nehme ich den Edding mit und frag die Jungs um ein Autogramm....

 

Ja und dann gings los...

 

Um 9:55 Uhr fiel der Startschuss zur mittleren Runde. Die Gemeinde trat in die Pedale, beschleunigte und fegte mit 40 km/h aus Garmisch raus. No Go! Bei 32 km/h war es bei mir einfach zu Ende. Ich hatte nicht im Ansatz eine Chance die Geschwindigkeit des Feldes mitzufahren. Eigentlich wollten wir es besser machen als in Riva, aber es kam noch schlimmer. Biker um Biker um Biker überholte uns und nach etwa 15 km lernten wir den "Holger Meyer" von Garmisch und seine knatternde Motocrossmaschine kennen. "Holger" hatte eine Weste an auf der in großen Buchstaben  E N D E  geschrieben stand. Höchststrafe! Ich bekam einen ausgewachsenen Frustanfall. All die vielen Trainingsstunden und ich war nicht dazu in der Lage auch nur ansatzweise das Tempo mitgehen zu können.

Richtung erste Verpflegungsstation

Im oberen Bild sieht man mich (links hinten) mit den "Restposten" der mittleren Runde und einigen der kleinen Runde kurz vor der ersten Verpflegungsstation bergan kämpfen. Der Kampf um die "rote Laterne" wurde eisern ausgefochten. Der Biker rechts von mir stürzte schwer in der Abfahrt vom ersten Berg runter. An dieser Stelle gute Besserung und wir hoffen sehr, dass er sich nicht doch den Arm gebrochen hat. Da wir natürlich erstmal gewartet haben und dem Streckenposten geholfen haben, haben die anderen soviel Vorsprung gehabt, dass wir bis zur zweiten Verpflegungsstation mutterseelenallein gefahren sind. Außer natürlich "Holger", der war immer artig direkt hinter uns. Das Geknattere des Motorrades trug auch nicht unbedingt zur Verbesserung meiner Gesamtstimmung bei.

Aber es kam aber noch viel besser! Um etwa 11:30 Uhr begann es zu schütten. NEIN, es hat nicht geregnet, es hat aus Eimern geschüttet. Den zweiten Anstieg paddelten wir gegen den Strom hoch. Wir waren nass bis auf die Knochen, als wir an der zweiten Verpflegungsstation ankamen und das Schlimmste daran war, dass wir völlig durchnässt bei 7 Grad auf die 11 Kilometer lange Abfahrt mussten. JETZT wollte ich unbedingt meine Beinlinge haben. Meine Beine standen kurz vor dem Muskelkrampf und meine Zehen waren so kalt, dass ich sie kaum noch spürte, Ralf ging es mit den Fingern so.  Wir dachten an die Biker auf der langen Runde, von denen die meisten wohl keine Regenklamotte mithatten. Wie müssen die gefroren haben!

Egal, weiter ging es. Auf der Abfahrt überholten wir dann die vorher entfleuchten anderen Restposten unserer Runde und gaben die "rote Laterne" nach 25 km wieder ab.

Die Abfahrt war wirklich bitterkalt. Ich war fast dankbar als ich mich wieder bewegen durfte und es bergauf ging. Der letzte Anstieg. Da knackte es "moderat" nochmal mit etlichen Rampen aber schließlich waren wir dann doch oben. Dort sahen wir "Holger" ein letztes Mal, bevor wir uns auf die letzte Abfahrt begaben. Ein Schotterweg führte sehr steil talwärts und war mit leicht schräg liegenden Holzrollern abgestützt, die aufgrund des Regens glatt wie Schmierseife waren. In einer Linkskurve bin ich den Holzroller zu steil angefahren und mein Vorderrad rutschte einfach weg. Absturz! Super, wieder die linke Seite erwischt! Mir ist nicht mal so viel passiert, aber meine Regenhose hat drei nicht unbedingt kleine Löcher davongetragen und mein linkes Hörnchen (nein, nicht das am Kopf) ist gebrochen. Seufz, schon wieder Materialschaden und die lädierte Schulter und Hüfte vom Rennradabsturz vor drei Wochen wieder angeditscht. Langsam würde es echt reichen...

Wir bretterten sofort weiter, schließlich wollten wir nur noch ins Ziel kommen und uns "trockenlegen". Der Rest der Strecke war Asphalt und rollte leicht bis Garmisch. Nach unglaublich frustrierenden 5:52 Stunden kamen wir ins Ziel. Ich lag fast eine Stunde hinter meinem angepeilten Zeitsoll. Unglaublich schlecht also und ich bin volles Rohr gefahren. So ein Desaster hatte ich nun wirklich nicht erwartet.

Ich glaube nicht, dass ich jemals so viele Zweifel an der TAC-Teilnahme hatte wie in diesen 6 Stunden. Ich war mehrfach kurz davor aufzugeben, vor lauter Frust. Letztlich haben wir es dann doch Zuende gebracht, schließlich ist man sich diesen kleinen Sieg über den inneren Schweinehund doch schuldig!

 

Mit der Nordschwabenrundfahrt am 21.06.09 geht es dann weiter....

 


Nordschwabenrundfahrt Bissingen 21.06.2009

 

 Die schlechte Nachricht vorweg: Es gibt kein einziges Foto! Wir haben die Digicam mal wieder zu Hause vergessen.

 

Heute morgen sind wir pünktlich um 7:00 Uhr abgereist nach Bissingen, dem Startort der diesjährigen Nordschwabenrundfahrt. Die Bissinger Biker sind bekannt für ihre prima Organisation und ihre tollen Routen. Wir sollten nicht entäuscht werden. Pünktlich um 8:30 Uhr gab es den Startschuss und los ging´s. Nun muss ich dazu sagen, dass die Nordschwabenrundfahrt ohne offizielle Zeitnahme stattfindet. Es ist ja auch nur eine Rundfahrt und kein eigentliches Rennen. Naja, macht ja nichts. Zu Trainingszwecken kann man sich aber trotzdem mit anderen Bikern messen.

 

Morgens war es noch trocken, aber der Wetterbericht hatte ab Mittag Regen angemeldet. Wir hofften, dass wir nicht wieder nass werden, denn die morgentlichen 10 Grad Außentemperatur waren jetzt auch nicht unbedingt das, was wir uns so unter warm vorstellen. Egal, die Regenklamotte war im Rucksack und wir wollten eh "zeitig" wieder zurück sein.

 

Die Ausschreibung lautete 75 km und 1150 Hm. Wir planten so etwa 4 Stunden ein (ich hoffte insgeheim, dass wir es in 3:59 Stunden packen würden, hört sich einfach besser an finde ich) und entsprechend gaben wir auch Gas.

 

Die erste Verpflegung war schon nach 20 Kilometern und wir erreichten sie nach 52 Minuten Fahrzeit. Entsprechend kurz hielten wir unsere Standzeit und holten nur kurz den Stempel für die Teilnehmerkarte und eine halbe Banane ab.

 

Der schnelle Kurs führte immer wieder kurz und knackig auf und langgezogen abwärts. Man konnte also auch in den Anstiegen mal so richtig powern, sie waren ja nicht lang. Die versprochenen Trails kamen dann auch und führten eigentlich alle aufwärts, bis auf einen kleinen Waldpfad der doch tatsächlich mal durch´s Dickicht runter ging. Der Großteil war gut zu fahrender Schotter und die Route im Allgemeinen war sehr schnell.

 

Bei Kilometer 55 dann kam die zweite Verpflegung. Auch hier holten wir nur kurz den Stempel und ein Banäääänsche ab und flitzten weiter, es waren ja nur noch 20 flotte Kilometer bis ins Ziel. Selbiges erreichten wir nach einer Tourzeit von 4:13 Stunden. Wir hatten 78 km  und 1276 Höhenmeter auf dem VDO. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 18,8 km/h, die reine Fahrzeit wurde mit 4:07 Stunden angezeigt. Wir waren auch recht zufrieden mit unserer heutigen Leistung, obwohl ich mein heimliches Ziel um 14 Minuten verpasst habe...

 

Wir hatten gerade unsere Startnummern zurück gegeben, als der Himmel beschloss, dass es JETZT Mittag ist und seine Schleusen öffnete. Im strömenden Regen mit ein paar Hagelkörnern garniert haben wir dann zackig die Bikes verladen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit haben wir dann auch beschlossen, dass wir nicht im Radlerzelt zu Mittag essen, sondern gleich nach Hause fahren und uns einen Topf Spagetti kochen und danach nahtlos in die Regenerationsphase abgleiten werden.

 

Gesagt, getan. War ein schöner Vormittag, hat richtig Spaß gemacht und ein Hoch auf die Bissinger Biker, die immer wieder ganz tolle Bike-Veranstaltungen ausrichten.