Nordschwabenrundfahrt 27.06.2010 - Höchstädt
Tja, das war wohl dieses Jahr ein dezenter Griff ins Klo! Die normalerweise super genial organisierte Nordschwabenrundfahrt war unvorstellbar schlecht ausgeschildert!
 Die ersten 30 Fahrer haben sich verfahren! Und warum? Weil der Veranstalter winzig kleine rosa Pfeilchen auf die Straße gesprüht hatte und der gesamte Führungstrupp, in dem Ralf war und die zweite Gruppe, in der ich war nach 5 Kilometern keine Pfeilchen gesehen haben und statt dessen den roten Schildchen der 35 Kilometer Familienrunde nachgefahren ist.
Endgültig sicher dass wir falsch sind waren wir uns dann, als wir in Wertingen waren, was in der entgegengesetzten Richtung zu Mönchsdeggingen liegt. Es blieb uns allen nichts anderes übrig, als der Beschilderung zurück nach Höchstädt zu folgen und dann eben nochmal zu versuchen, die richtige Strecke zu "finden". Wir sammelten uns also nochmal am Start und brachen als Truppe mit 12 Mann auf und wir wären kollektiv beinahe nochmal am Abzweig vorbeigedonnert.
Unglaublich! Wir haben uns insgesamt noch 3x verfahren! In Wertingen bereits hatte ich mich mit einem netten Biker darauf geeinigt, dass wir die Rundfahrt zusammen fahren. Prima, Dauerwindschatten! Wir versuchten gemeinsam die Pfeilchen aufzuspüren, war wirklich nicht leicht war.
Wir strampelten also ziemlich einsam durch Wald und Flur, fluchten an jeder zweiten Wegkreuzung wegen der miserablen Beschilderung und trafen auf Ralf , der sich ja ebenfalls mit dem Führungstrupp verfahren hatte, an der zweiten Verpflegung in Bissingen. Der hatte das "Wegraten" auch satt und wartete auf mich. Wir absolvierten die kleine Runde zusammen, brachten es insgesamt immerhin auch noch auf 95 Kilometer und gönnten uns in Höchstädt noch einen kleinen Plausch mit Kaltgetränk.
Nichts desto trotz war es ein schöner Biketag, der zwar nicht die Erwartungen der letzten Jahre erfüllte, aber das Essen an der Verflegung und das Wetter waren super. Liebe Leute, nächstes Mal wollen wir wieder die Professionalität der Vorjahre haben!!!
Craft-Bike-Transgermany 2010 - Garmisch Bregenz vom 02.-05.06.2010
Dienstag 01.06.2010 - packen und abreisen
Fangen wir doch einfach mal beim Wetter an: REGEN! KALT! BÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHHHHHHHH! Und das schon seit Wochen! Völlig unglaublich, dass wir Anfang Juni haben! Aber das ganze Jammern half natürlich nichts, wir haben brav unsere sieben Sachen zusammengepackt, alles eingepackt was uns warm und trocken halten könnte und unseren Mul-ti-van vollgepackt. Ralf war fürchterlich nervös. Das war das erste Rennen, bei dem mein Lieblingsgatte für sich schauen wollte was geht und eine gute Zeit für das Team fahren wollte und daher war er soooooo hibbelig, dass er beim Kofferpacken nicht wirklich hilfreich war. Gismo übrigens auch nicht. Mein Lieblingskaterchen war total dagegen, dass wir abreisen. Er hat sich eingepackt, ausgepackt, umgepackt und wieder eingepackt... Das Spiel haben wir den ganzen Morgen gemacht. Wenn er mal nicht in der Tasche lag, dann wollte er schmusen. Wir konnten ihn dann doch davon überzeugen, dass wir a) wiederkommen b) er daheim bleiben will und c) die Ledersitze im Auto nicht zum kratzen da sind. Um kurz vor halb elf waren wir dann endlich reisebereit. Wir haben dann noch meinen Dad eingesammelt und sind in aller Ruhe im strömenden Regen nach Garmisch gerollt.
Übrigens hatten wir die coolsten Teamautos der Welt!

Nach einem "Sub" in Garmisch haben wir uns frisch gestärkt zur Akkreditierung durchgeschlagen. Wir hatten einen prima Zeitpunkt erwischt, da wir nur 10 Minuten gebraucht haben um mit Startnummer, Tasche, Roadbook und einem putzigen Craft-Unterhemdchen Größe 34 bewaffnet wieder bei Vater am Multivan zu sein, der auch direkt vor der Türe auf uns wartete. Naja, Parkplätze sind rar und so haben wir Vater eben "in zweiter Reihe" warten lassen ;-) geht schon...
Unsere Unterkunft war in Biberwier gebucht und so machten wir uns gemütlich auf den Weg zur Pension "Bergland". Dort angekommen zogen unsere Bikes in die kuschelig warme Waschküche der Hausherrin und wir in ein hübsches Zimmer im zweiten Stock ein. Wir machten uns nach dem Auspacken dann wieder auf den Weg zu Pastaparty und dem ersten Briefing um sicherzustellen, dass wir zur richtigen Zeit im richtigen Startblock standen und vor allem wussten, ob auch wirklich die bislang veröffentlichte Strecke gefahren wurde. Unterwegs haben wir uns dann noch mit unseren Teamkollegen zusammentelefoniert und auf später verabredet.
Die Kongresshalle war um 18:00 Uhr schon gut besucht, die hungrige Meute plünderte die Nudelvorräte und die Rennleitung ließ sich Zeit mit dem Briefing... Um 19:45 Uhr hatten wir dann alle notwendigen Informationen und die erste "Post" und machten uns nach dem traditionellen Besuch beim Griechen "El Grecco" auf den Weg zu unseren Teamkollegen in Biberwier.
Ich huschte noch kurz zur Akkreditierung und hielt dem netten jungen Mann mein putziges Craft-Größe-34-Unterhemd unter die Nase und fragte ihn, ob er sich vorstellen kann, was an diesem Bild falsch sein könnte. Demonstrativ hielt ich das Hemdchen an meine Brust. Er grinste, kramte in seiner Kiste und suchte ein größeres Modell. Jetzt muss ich mir wenigstens keine Knochen mehr entfernen lassen, sondern nur noch 10 kg abnehmen um in mein umgetauschtes Unterhemd reinzupassen...
Wir haben uns sehr auf und vor allem über ein Widersehen mit Reinhard, Barbara, Andreas und Nicole gefreut, die wir ja im letzten Jahr auf der Transalp kennengelernt hatten. Nach einem gemütlichen Plausch haben wir uns dann allesamt ins Bett verfrachtet und für besseres Wetter gebibbert.
Mittwoch 02.06.2010 - Garmisch - Lermoos 82 km, 2154 Hm
Nach vielen mitleidigen Blicken unserer Hausherren und einem tollen Frühstück hat uns Vater dann um 8:45 Uhr in den Bus geladen und nach Garmisch geschippert. Wir haben uns bei 6 Grad und strömendem Regen in alles eingewickelt, was wir an wasserdichtem (mmmmmmmh....) Plastik dabei hatten und haben am Start dann weitere 1285 frierende und mehr oder wenig wasserfest verpackte Biker getroffen. Jammern half nix - wir alle mussten jetzt da durch.
 
Dick eingewickelt in Regenklamotten...
10:15 Uhr - Start zur ersten Etappe
Das Feld rückte ab. Inzwischen bin ich es ja gewöhnt, dass die Geschwindigkeit am Start über 40 km/h beträgt und ich auf den ersten Kilometern nur überholt werde. Heute war es auch nicht anders. Ich brauche einfach eine halbe Stunde um meinen Körper auf Betriebstemperatur zu bekommen und brauche gar nicht dran zu denken, dass ich am Start über 30 km/h treten könnte. Ralf überholte mich gleich am Start, Reinhard am Fuße des ersten Berges und Andreas und Nicole zogen dann Mitte des ersten Anstieges an mir vorbei.
Der Weg zur Partnachalm wurde zu großen Teilen zu Fuß zurückgelegt, was mir mal wieder überhaupt nicht passte. Laufen ist bäh, da kriege ich immer Probleme mit meinen Waden. Das Feld zog sich langsam auseinander und auch ich konnte dann endlich wieder auf´s Bike und fand langsam in meinen Tritt. Ich durfte auf keinen Fall überziehen, nicht wieder zu schnell fahren. Da meine größte Sorge war, dass ich "jans weid hindn" fahren werde, musste ich mich wirklich zusammenreißen, damit ich nicht wieder viel zu schnell fahre. Schon an der ersten Verpflegung wurde mir dann klar, dass ich diesmal nicht mit der "roten Laterne" rechnen musste. Ich begann mich langsam zu entspannen und zog auf dem Weg zur Ehrwalderalm zusammen mit einer weiteren Dame sogar an einigen Herren vorbei.
Reinhard und Ralf standen 20 bzw. 10 Minuten an einer Unfallstelle an der Ehrwalderalm, da wegen der Landung des Rettungshubschraubers die Strecke komplett gesperrt wurde. Es hieß dann, dass es eine Zeitgutschrift für die Fahrer geben sollte, was jedoch dann nicht umgesetzt wurde aus Fairnessgründen. Nichts desto trotz standen dort mindestens 50 Fahrer bei 3 Grad und Schneeregen bis zu 20 Minuten in dieser Eiseskälte und froren fast fest. Nachdem die Strecke wieder freigegeben war, kam sofort eine lange, schnelle Asphaltabfahrt nach Ehrwald hinunter, was auch nicht unbedingt dazu beigetragen hat, dass Finger und Zehen wieder wärmer wurden. Reinhard meinte dann dazu, dass man quasi ein neues Rennen angefangen hat, nach dieser unfreiwilligen Zwangspause.
Andreas und Nicole kamen an der Unfallstelle vorbei, als der Helikopter gerade am abfliegen war, meine Mitstreiterin und ich haben nur noch das Rescue-Team beim aufräumen gesehen. Die Abfahrt war auch so schon bitterkalt. Da ich überhaupt keine Lust hatte auch nur das geringste Risiko beim abfahren einzugehen bin ich schön langsam hinter meiner Mitstreiterin hergefahren. Unten angekommen konnte ich meine Finger nicht mehr bewegen, meine Zehen waren völlig taub und mein Gesicht brannte. An dieser Stelle habe ich mir zum ersten Mal in diesem Rennen die "Sinn-Frage" gestellt. Normalerweise stelle ich diese Frage erst am dritten oder am vierten Renntag. Aber die extremen Wetterbedingungen sorgten diesmal schon deutlich früher für Zweifel an meinem Geisteszustand.
Es war nicht mehr weit bis zur zweiten Verpflegung und wir strampelten uns wieder etwas warm bis dorthin. Danach stand noch der heftige Aufstieg zur Tuftlalm auf dem Programm, auf den ich mich aber mehr freute, als auf die folgende Abfahrt. Wenigstens fror man bei bergauf fahren nicht so erbärmlich. Es spielt übrigens überhaupt keine Rolle, was einem die Hersteller von Regenkleidung alles weiß machen wollen. Selbst die Gore-Regenklamotten sind nach spätestens 3 Stunden durchgeweicht. Ja, durchgeweicht! Mir lief das Wasser oben am Kragen rein und am Cleat wieder raus. Ich denke, allen anderen ging es genauso. Wir alle waren an diesem Tag ganz, ganz arme Schweine. Die einen eben kürzer und die anderen länger, aber arm waren wir wirklich alle.
An der zweiten Verpflegung trennten sich dann die Wege meiner Mitstreiterin und mir wieder, obwohl wir viele Kilometer prima zusammengearbeitet haben. Hab ich zwar nicht verstanden, aber sie trat einfach los und so bin ich eben auch wieder in meinen eigenen Berg-Authisten-Modus gewechselt und hab mich ruhig und gleichmäßig die Tuftlalm hochgeschraubt. Irgendwann kurz vor oben hab ich sie dann überholt und den Rest des Tages auch nicht mehr gesehen.
Die Erkenntnis des heutigen Tages war ganz klar, dass es die Anstiege in sich haben! Vor allem wenn "Fi'zi:k" im Roadbook steht! Wenn´s auf ging, dann immer heftig. Ich war - in meiner Leistungsecke - einer der wenigen die den gesamten Anstieg zur Tuftlalm gefahren ist. Da ich aber lieber fahre als laufe bin ich immer einer der letzten die absteigt.
Es folgte eine Schotterabfahrt und noch ein bißchen "Überbrückungsstrecke" bis ich dann am letzten Kilometer des heutigen Tages angekommen war - einer Downhillpassage im örtlichen Bikepark, die den Beinamen "Suhlgrube" mehr als verdient hatte. Nachdem da schon 1000 Biker durchgepflügt waren, war das Ding so umgegraben, dass ich nur noch geschaut habe, dass ich sturzfrei bleibe. Wäre auch eine saublöde Idee gewesen, sich so kurz vor dem Ziel noch in den Matsch zu werfen. Ok, aufgefallen wäre es sicher nicht mehr, aber ich wollte am nächsten Tag ohne unnötige blaue Flecken weiterfahren.
 
Die Zieleinfahrt war kurz nach einer rutschigen Wiese, über die ich letztlich auch noch sturzfrei drüberkam und ich erreichte völlig durchnässt und durchgefroren das Ziel in 6:30 Stunden - nicht als Letzte!
 
Meine Teamkollegen waren so rund eine Stunde vor mir im Ziel und wegen des Wetters natürlich alle sofort Richtung Hotel und Dusche abgebogen.
Papa sammelte mich in Lermoos mit dem Bus ein, nachdem mein Bike und ich eine ausführlich Unterhaltung mit einem Dampfstrahler hatten und ich war sehr dankbar für den Shuttleservice zum Hotel. 20 Minuten unter der heißen Dusche und ich war wieder aufgetaut - und sauber.
Erster Tag - ÜBERLEBT!
Am Abend waren wir dann alle beim "Gröschtl"-Essen auf der Pasta-Party und ich freute mich über meinen 106. Platz in der Damenwertung - Ich war nicht Letzte und hatte einen komfortablen 2 Stunden Vorsprung auf den "Holger Meyer" der Transgermany. (für alle die das nicht verstehen: Das Schluss-Motorrad ist gemeint! Holger ist einer der Schlussfahrer der Transalp und ich kenne das Geräusch seines Motorrades aus dem letzten Jahr nur zu gut).
Donnerstag 03.06.2010 - Lermoos - Pfronten 75 km, 1863 Hm
Der Start war heute erst um 11:00 Uhr, was uns ein sehr gemütliches Frühstück und einen netten Plausch mit unseren Hausherren ermöglichte. Die Klamotten waren Dank der warmen Waschküche alle wieder in brauchbarem Zustand, die Bikes wurden frisch geölt und das zweite Paar (trockene!) Seal-Skinz-Socken ließ die Restnässe der Bikeschuhe vergessen.
Der Regen hatte zwar nachgelassen, kalt war es aber immer noch und wir entschieden uns sicherheitshalber noch einmal für die komplette Regengarnitur inklusive langer Regenhose. Die Nässe würde heute wohl mehr von unten als von oben kommen, da die Bäche aufgrund der starken Regenfälle mehr Wasser führten und lt. Rennleitung die Pfützen eine Tiefe von bis zu 20 cm hatten.
Es nieselte als wir uns auf den Weg zum Start machten und so fuhr uns Vater mit dem Bus nach Lermoos. Praktisch, seeeehhhhhhr praktisch! Auch am zweiten Tag schaufelten die Biker am Start wieder los, als ob der Leibhaftige hinter ihnen her wäre. Wir fegten raus aus Lermoos und es ging gleich von Beginn an auf und ab. Sägezahnprofil gleich zu Beginn hebt den Laktatpegel in meinen Oberschenkeln auf volle 11,8 an. Unnötig zu erwähnen, dass das ziemlich aua macht. Wir radelten auf Feld- und Radwegen. Trotzdem waren wir bereits auf den ersten 5 Kilometern wieder patschnass! Und das Wasser kam tatsächlich von unten. Das waren keine Pfützen, das waren Seen, die wir auf den Wegen durchqueren mussten. Irre!
 
Das Feld sortierte und beruhigte sich auf dem ersten Anstieg nach Berwang wieder, so dass ich endlich meinen Tritt gefunden habe. Irgendwann sah ich wieder die gleichen Leutchen um mich rum, wie am Vortag. Heute fand ich leider keinen passenden Mitstreiter und so strampelte ich alleine nach Pfronten.
Irgendwie kann ich mich an den zweiten Tag nur ganz schlecht erinnern. Die erste Abfahrt hatte es in sich, da sie steil und vom Regen sehr ausgewaschen war, danach rollte es gut bis zur ersten Verpflegung. Die Fi'zi:k Auffahrt hatte es wie am Vortag wieder in sich. Blöderweise ging der Anstieg auch nach dem "Ziel" der Bergwertung heftig weiter. Absteigen musste ich zwar nicht, aber arg viel länger hätte dieser steile Hund nicht sein dürfen. Hügelig führte die Strecke weiter zum Adlerhorst, danach recht unspektakulär bis zur zweiten Verpflegung. Bei besserem Wetter hätte man bestimmt große Freude an der Landschaft gehabt, nur ich muss ehrlich gestehen, dass ich nur das Schild "Auf Wiedersehen im Tannheimer Tal" registriert habe, der Rest ging völlig an mir vorbei.
Nach der zweiten Verpflegung ging es noch einmal aufwärts, das letzte Mal für heute. In Serpentinen schraubte sich der Anstieg recht zäh von Zöblen nach Lohmoos und es wurde recht nass von oben und wieder kälter. Endlich oben angekommen ging es fast nur noch runter. Es folgte noch ein kurzer Gegenanstieg, bevor ich die letzten 12 Kilometer nach Pfronten im Rennradmodus durchgeflogen bin.
Nach 5:30 Stunden kam ich dann wieder patschnass in Pfronten an. Wieder nicht Letzte! Der Rest des Teams war gesund und munter und rund eine Stunde vor mir angekommen und bereits Richtung Hotel unterwegs. Wir sahen ja alle wieder ähnlich aus wie gestern.
Zweiter Tag - ÜBERSTANDEN! Ab morgen sollte es besser werden!
Wir hatten Quartier in Bad Hindelang bezogen und somit war die Pasta Party für uns zu weit zu fahren und wir besuchten den örtlichen Griechen und ließen es uns dort richtig gut gehen. Ich muss gestehen, dass es sehr angenehm ist, wenn man früher im Ziel ist. Man hat ausreichend Zeit zum regenerieren, essen, entspannen und schläft viel ruhiger. Ich hab da noch böse Erinnereung an die TAC letztes Jahr...
Freitag 04.06.2010 - Pfronten - Sonthofen 55 km, 1830 Hm
Die kürzeste Etappe! Theoretisch auch die leichteste Etappe. Theoretisch! In den letzten beiden Tagen haben wir lernen müssen, dass Uli den fehlenden technischen Anspruch durch knackige Anstiege kompensiert hat. So auch heute. Zwischen Pfronten und Sonthofen lagen 1 kleiner und 3 größere Anstiege. Das Streckenprofil hatte ich am Lenker klemmen und los ging es um 10:00 Uhr in Pfronten bei strahlendem Sonnenschein und knapp 20 Grad.
Total irre, was das Wetter mit uns machte. Die letzten beiden Tage haben wir uns beinahe den Hintern abgefroren, heute wurden wir gegrillt. Am letzten Anstieg zeigte mein VDO 32 Gräter an! Ich hab mich echt gewundert, dass mein Körper das alles aushält.
Zurück zum Start. Es ging aus Pfronten - wie immer - zügig raus. Das Feld war am ersten kurzen Anstieg noch dicht zusammen und so war auch hier mal wieder schieben angesagt. Irgendwo im unteren Teil hab ich aus dummdiddelei meine Bikebrille eingebüst. Schön doof, wenn man die Brille in den Reisverschluss des Trikot reinsteckt, obwohl man eigentlich weiß, dass sie da nicht gut hält. Als es mir aufgefallen ist, meinte der "Wanderer" hinter mir, dass er zwar gesehen hätte wie sie mir runtergefallen ist, der Nächste allerdings gleich drübergefahren sei und sie kaputt ist. Ok, also ohne Brille weiterfahren. Blöde Sache bei strahlendem Sonnenschein. Meine Augen haben am Abend ganz schön gebrannt.
Oben angekommen konnte man dann endlich wieder fahren. Es ging recht unspektakulär runter über Jungholz und zur ersten Verpflegung. Danach stand mal wieder Fi'zi:k auf der Tagesordnung. Die Bergwertung war heute gar nicht mal so tragisch. Das was dann danach kam, war der pure Hammer! Erst Teer über 20% Steigung, danach Schlamm mit gleicher Steigung. Mir blieb sogar der Schuh stecken in dem lehmigen Matschzeug.
 
Boooooaaaaaahhhh!!!!! Mann war ich froh, als ich oben war! Wir haben allesamt schick ausgesehen mit unseren "Lehmklötzen" unten dran! Oben galt es erst mal die 5 kg Dreck von den Schuhen / Beinen / Reifen zu bekommen. Danach ging es auf schönen Waldwegen runter zur zweiten Verpflegung. Die beiden letzten Anstiege waren steil, heiß und lang. Aber die Abfahrten haben sogar zwischendurch richtig Spaß gemacht. Es gab einige technisch durchaus anspruchsvolle Stellen, die "vui arg schee" zu fahren waren :-D
Nach 4:30 Stunden war ich dann in Sonthofen im Ziel. Heute mal patschnass vom Schwitzen. Der Rest des Teams war mal wieder eine gute Stunde schneller als ich. Ralf und Vater warteten im Ziel und wir beschlossen heute erstmal ein Eis essen zu gehen.
Bikewash - der Schlamm wollte auch heute wieder runter...
Wir fuhren zurück nach Bad Hindelang und genossen den wunderschönen Nachmittag bei Eis und Cappuchino in einem Cafe. Abendessen gab es bei Pizzeria Luigi in Vorderhindelang, die wir nur empfehlen können. Selten in Deutschland so gute Pizza und Pasta serviert bekommen!
Samstag 05.06.2010 - Sonthofen - Brezenz 75 km, 1365 Hm
Irgendwie muss ich gestern einen falschen Fehler beim Essen reingebracht haben. Ich vermute, dass es das Gel vor der letzten Abfahrt war, das ich nicht vertragen habe. Mein Magen ist Freitag Abend um 22:00 Uhr offiziell in Streik getreten. Die Nacht habe ich wenig geschlafen und bin viel gelaufen - zur Toilette. In Erinnerung an meinen unfreiwilligen Ausstieg aus der Transalp im letzten Jahr, war ich der Verzweiflung ziemlich nahe. Ich konnte nur hoffen, dass sich mein Magen bis zum Frühstück wieder einigermaßen erholen würde.
Im nachhinein hab ich dann gehört, dass es ganz schön viele am letzten Tag mit Magenproblemen erwischt hatte. Was das wohl war?
Mit Magenkrämpfen und Durchfall ging ich dann zum Frühstück. Das blieb drin! Prima - Kohletabletten in ausreichender Menge reingestopft, Zähne zusammengebissen und ab nach Sonthofen zum Start. Ich musste nur irgendwie den Riedbergpass raufkommen, der Rest geht dann schon irgendwie.
Vom Start weg tat ich gleich mal langsam. Sehr langsam. Alles über 150 Puls verursachte heftige Krämpfe. Ich hängte mich an eines der hinteren Mädels an und krabbelte schön langsam mit ihr auf den Riedbergpass rauf. An dieser Stelle möchte ich Sandra und ihrem Schatzi noch einmal danken, dass ich diese Etappe mit ihnen mitfahren konnte. Ohne die Beiden wäre ich wohl nicht in Bregenz angekommen. Wir radelten bis zum letzten Trail in Buch zusammen. Sandra musste wohl fast den gesamten Trail laufen. Ich hab an der Brücke, die eigentlich den ersehnten Zielsprint eingeläutet hätte, ein wenig gewartet und bin dann ganz langsam die restlichen 9 km nach Bregenz weitergefahren. Die meisten, die ich im Trail überholt hatte, fuhren jetzt wieder an mir vorbei. Ich wollte auf Sandra warten und mit ihr gemeinsam ins Ziel rollen. Sie hatte jedoch im Trail soviel Zeit verloren, dass sie trotz meines Schleichtempos nicht mehr aufschliessen konnte. Im Ziel hab ich sie dann aber noch getroffen und mich bedankt.
 
5 Stunden hab ich gebraucht. Aber, ich habe es geschafft! Finisher und nicht Letzter! Mission erfüllt. Ralf, Andreas, Nicole und Reinhard waren schon lange im Ziel und standen alle da als ich reinkam. Mann, war das toll!
Bis auf kleinere Blessuren ist unser ganzes Team heil durch´s Rennen gekommen. Das Material hat ordentlich gelitten aufgrund der furchtbaren Bedingungen an den ersten beiden Tagen. Unsere beiden Babies mussten am Dienstag dann auch gleich in die Werkstatt unseres Vertrauens, um Lager und Brensen wieder geräuschfrei und funktionierend zu bekommen. An dieser Stelle wollen wir uns auch mal bei Harald und seinem Team in Donauwörth bedanken.
Das Team von BRACHEM RADSPORT GMBH in DONAUWÖRTH kümmert sich darum, dass unsere Bikes immer einwandfrei funktionieren. Ein dickes Dankeschön an dieser Stelle!!!
Falls mal jemand einen supergenialen Bikehändler / Werkstatt im Raum Dillingen / Donauwörth braucht - dann nix wie hin zu Harald nach Donauwörth!
Wir sind alle Finisher der Transgermany 2010. Ein verrücktes Rennen, aber wir haben es geschafft!

Team Imst-Gurgltal meets saublöde Idee
Wir feierten alle zusammen noch ein wenig auf der Finisher Party und freuen uns auf die Transalp, wenn wir uns alle wieder sehen...
Rocky Mountain Bike Marathon - Riva del Garda 01.05.2010Die Ronda Grande stand dieses Jahr auf dem Programm. Wir hatten sehr frühzeitig gemeldet, standen allerdings trotzdem in Block B, was uns irgendwie auch ein Rätsel war. Plan B machte seinem Namen bei der Akreditierung mal wieder alle Ehre. Mann, was für ein Chaos. Über eine Stunde dauerte es bis ich die Nummern hatte. Naja, was soll´s...Pflichtübung war heuer die Ronda Grande mit 86 km und 2700 Hm. 
7:55 Uhr - es brüllte wie gewohnt aus den Boxen. Los ging´s! Wir stürzten uns im Höllentempo nach Varignano um dem Stau am ersten Anstieg zu entgehen. Puls bei 180 und völlig übersäuert auf den ersten 3 Kilometern, aber egal ich wollte auf keinen Fall wieder bis kurz vor Tenno laufen müssen. Es hat aber leider nicht ganz gereicht. 300 Meter laufen mussten wir trotzdem, aber danach konnten wir fahren. Wenigstens hat sich der herbe Antritt gelohnt.
Die Strecke entsprach der Strecke vom letzten Jahr, also wussten wir - zumindest bis Ceniga - was uns erwartet. Soweit klappte dann alles auch recht planmäßig. Bergauf ging es deutlich besser als letztes Jahr, runter hatte ich dann zum ersten Mal mit Verkehr in den Trails zu kämpfen. Was die Trails angeht ist man recht verwöhnt, wenn man ganz hinten rumfährt. Die sind nämlich immer frei und man kann da ganz prima auf der Ideallinie durchbügeln. Dieses Mal musste ich dann verkehrsbedingt doch öfters mal runter vom Bike. Übrigens war der Trail ab Mandrea dieses Jahr bei weitem nicht so übersät mit Trinkflaschen wie im letzten Jahr. Wohl doch bessere Halter montiert ;-)
Ich war zwar langsamer, als ich mir so vogenommen hatte im Stillen, aber für das Zeitlimit auf die Grande hatte dann doch um etwas mehr als 5 Minuten gereicht. Dafür musste ich allerdings den Sentiero nach Ceniga fast komplett runterrennen, da es einen ordentlichen Stau gab als ich durch wollte (ich hatte ja keine Zeit, da ich mal wieder haarscharf am Zeitlimit schrammte).
 
So, noch ein Rennbildchen von uns Beiden. Mal außnahmsweise eines, das an der gleichen Stelle gemacht wurde.
Nach dem Abzweig auf die Grande haben wir das Tempo ein wenig rausgenommen. Wir waren eh ganz hinten und daran hätte ich auch mit größerem Einsatz nicht viel ändern können. Wir machten uns dann also einen schönen Nachmittag und strampelten die Grande zu Ende. Lediglich in den Trails haben wir uns so richtig verausgabt. Da gab es haufenweise knifflige Stellen, sowohl bergauf als auch bergab. Ich bin die Marocche bislang auch noch nie vom W-Werk nach Pietramurata gefahren. Musste nur einmal absteigen, weil mir der Grip abhanden kam, ansonsten bin ich das ganze Ding durchgefahren (hab mich auch mächtig drüber gefreut). Hat richtig Spaß gemacht. Gewohnheitsmäßig hatten wir die Trails wieder fast für uns alleine auf der zweiten Hälfte, also prima zum üben.
Oben bei Cavedine gab es dann nochmal Trails. Eisenbahnsteine bergab, supersteil bergauf. Wieder was zum nagen! Hier haben wir dann aufgeschlossen auf die übrigen Restposten der Grande. So als 10er Gruppe sind wir dann ab Cavedine bis zur letzten Verpflegung getingelt. Klar doch, dass die Herren in der Truppe auf keinen Fall eine Frau vorbeifahren lassen konnten, also haben die sich dann letzlich auf der Abfahrt von Pianaura nach Arco abgesetzt und sind ein paar Minuten vor uns in Riva angekommen.
Nach einer Fahrzeit von 6:47 Stunden und einer Rennzeit von 7:09 Stunden sind wir dann wieder in Riva aufgeschlagen. FAZIT: Soll erfüllt. Bis zur Streckenteilung zur Ronda Grande bin ich fast volles Rohr gefahren und hatte ich mir mehr erhofft. Ich wollte bis dorthin eigentlich 25 Minuten schneller sein. Der zweite Teil war in Ordnung. Tja, bergauf reicht´s halt immer noch nicht und das kann ich bergab nicht wettmachen. Also weiter trainieren und trainieren und trainieren und trainieren....
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